Mittwoch, 7. Mai 2014

Beijing is calling!

Nach nun knapp einer Woche in Tianjin machten wir uns am Wochenende auf nach Beijing. Dort angekommen, wurden wir erstmal von einem richtig gemütlich eingerichteten chinesischen Hostel überrascht. Es verfügte neben tollen Zimmern nicht nur über überdachte Innenhöfe sondern auch über grüne Außenhöfe – und das mitten in Beijing. Wie auf dem Fotos zu sehen ist, hatten wir auch mit dieser Unterkunft großes Glück.

Nun aber zu Beijing: Selten hatte ich nach einem Wochenende das Gefühl so wenig von einer Stadt gesehen zu haben, wie nach diesen Tagen. Beijing macht auf mich einen unfassbar großen Eindruck. Für U-Bahn-Strecken, die auf der Karte richtig kurz aussehen, braucht man 20 Minuten und egal wo man ankommt, man sieht wieder etwas vollkommen Neues.

Am ersten Tag ging es für uns in den berühmten Lama Temple, der kulturell einiges zu bieten hat und neben der einzigartigen Architektur viele verschiedene chinesische Gottesabildungen beinhaltet. Hier sagen Fotos allerdings mehr als 1000 Worte. Im Anschluss zogen wir dann weiter in Richtung der Sanlitun Bar-Street, wo man sich für umgerechnet 2€ Drinks bestellen konnte, die einem im Anschluss fließend Chinesisch sprechen ließen. Ein sehr, sehr lustiger Abend ;)

Am folgenden Tag stand dann mein persönliches Beijing-Highlight an – die große Mauer. Viel hat man darüber gelesen, oft hat man sie schon irgendwo gesehen, aber so richtig vorstellen, wie unfassbar groß das Ding ist, das kann ich selbst jetzt noch nicht. Für umgerechnet etwa 25€ pro Person hatten wir uns zum Glück einen kleinen Reisebus sowie Fahrer und Reiseführer gebucht, um sowohl den unrestaurierten als auch den restaurierten Teil der Mauer zu sehen. Durch das ganze Klettern kann ich jedoch nur zusammenfassen, dass ich nach diesem Tag Muskeln in meinem Körper gespürt habe, von denen ich bis dato noch gar nicht wusste, dass sie existierten.

Dies hinderte uns jedoch nicht daran nach dem Trip, den berüchtigten Nachtmarkt von Beijing zu besuchen. Und exakt hier, konnte ich mein persönliches Ekelniveau nochmals auf höchstem Level übertrumpfen.

Ich erinnere mich noch gut daran, in Bangkok Maden, Heuschrecken und Skorpione gegessen zu haben.  Auf dem Nachtmarkt war das für mich also nichts Neues mehr und somit war für mich eigentlich nur das nächste Level interessant. Allen, die diesbezüglich eher zart besaitet sind, rate ich dringend davon ab, sich die Bilder vom Nachtmarkt anzuschauen. Denn letztlich landete folgendes auf dem Speiseplan: Frittierte Taranteln und Skorpione, Gegrillte Schlange, Gegrillter Rinderpenis und schon vorab Entschuldigung nach Köln: frittierte Geissbockhoden.

Ab einem gewissen Punkt hat man einfach nur noch gelacht und weiter probiert. Somit konnte auch hier ein sehr unterhaltsamer Abend verbucht werden.

Am letzten Tag ging es dann zum Silk Market und auch der hatte es in sich. Man muss sich vorstellen, dass es sich hierbei um ein offizielles Kaufhaus in Beijing handelt. Der Clou ist jedoch, dass legal gefälschte Ware vertrieben wird. Hier hat sich dann auch das chinesische Wirtschaftsgeschick gezeigt. Bei den Startpreisen geben die Geschäfte die Originalpreise der Marken an. Dann aber startet der Handel und hier beginnts echt albern zu werden. Im Prinzip wollte ich eigentlich gar nichts kaufen, aus Jux habe ich mir dann aber doch eine „natürlich originale“ Armani-Uhr, die mit einem Startpreis von 200€ angegeben war, für 6€ gegönnt. Dass man gut gehandelt hat, merkt man in China daran, dass der Verkäufer einem nur noch wütend die Uhr in die Tüte klatscht, einem das Geld aus der Hand reißt und kein Danke oder Tschüss von sich gibt, sondern direkt den nächsten Kunden anspricht. Auch hier kam ich voll auf meine Kosten und hatte einen guten Nachmittag bevor es dann wieder gen Tianjin ging.

In diesem Sinne bis bald! J


Hostel - Außenhof
Hostel - Innenhof
Hostel - Zimmer

Lama Temple I

Lama Temple II
Lama Temple III
Lama Temple IV
Lama Temple V
Great Wall I
Great Wall II
Great Wall III
Great Wall IV
Great Wall - Momo & I
Great Wall V
Great Wall IV
Great Wall - All together
Valentine's Awesome GoPro Camera
Great Wall - All together III
Valentine's Awesome GoPro Camera
Great Wall - All together III
Valentine's Awesome GoPro Camera
Hello Nightmarket!
Skorpione, Insekten und andere leckere Snacks
Spinnen, Schlangen und weitere leckere Snacks
Die besagten Ziegenbockhoden
Was kommt als nächstes? :)
Es geht doch nichts über eine gut-frittierte Tarantel :)
Beijing bei Nacht
Sanlitun Street
Tageseindrücke von Beijing
Meine Nebenkarriere als Straßenkünstler in Beijing

Dienstag, 6. Mai 2014

Ni hao!?

China…Hier bin ich nun. Nach nur 2 Tagen Vorbereitungszeit in Deutschland, befinde ich mich jetzt erstmals in einem Land, wo mich wirklich keine Sau versteht, ich mich somit nicht verständigen kann und auch sonst noch gar nicht so weiß, was alles auf mich zukommt.

Meine Ankunft  war dennoch reichlich unspektakulär. Nach Zwischenstopp in Beijing und dem Schnellzug nach Tianjin erreichten wir unsere ersten Bleibe  - das gute HuiGao Garden Hotel. Wir – damit meine ich die 5 Studenten, die sich für ein Auslandssemester entschieden haben – Valentine & Laura (Frankreich), Momo (Mali) sowie Nils und ich (Deutschland). Ursprünglich war für uns das Studentenwohnheim vorgesehen, da man jedoch im letzten Moment merkte, dass dieses voll belegt war, entschied die Uni uns im Hotel unterzubringen - für denselben Preis wohlgemerkt! Dementsprechend ist unsere Wohnungssituation für die nächsten Monate eine sehr positive Überraschung.

Was lässt sich sonst über China bzw. Tianjin neben den riesen Menschenmassen nach den ersten Tagen sagen?

Als erstes wäre da wohl der immense Unterschied in den Größenverhältnissen. Am ersten Tag wurden wir von einer Mitarbeiterin der Uni  empfangen. Sie führte uns dann auch direkt durch den Universitätsdistrikt. Bewusst nutze ich das Wort „Distrikt“ und nicht Campus, denn wir reden hier von einem Universitätsgelände, das 71.000 Studenten beherbergt sowie unterrichtet! Von dem einen Ende zum Anderen benötigt man zu Fuß etwa 30 Minuten und das Ganze erinnert mich hier mehr an eine autonome Stadt als an ein Studentenviertel. Wie auf den Bildern jedoch zu erkennen ist, hat man sehr viel Wert darauf gelegt, möglichst viele Flächen grün zu halten und ein gutes Allgemeinbild abzugeben. Nach den ersten Vorlesungen kann ich zudem auch sagen, dass nicht nur die Uni als solche sondern auch die Dozenten einen sehr guten Eindruck machen.

Ein weiterer großer Pluspunkt für China sind die Alltagspreise. In den Uni-Kantinen erhält man ganze Menüs für etwa 3€, eine Cola kostet 40 Cent und sofern man im Restaurant essen möchte, bezahlt man im Schnitt 5€ für Familienportionen. Dementsprechend günstig sind Supermarktpreise (2€ für komplette Sushi-Box oder 2L-Wasserflaschen für 20 Cent.)

Aufgrund der Größe des Universitätsgeländes haben wir uns in den ersten Tagen gebrauchte Fahrräder für umgerechnet etwa 10-15€ gekauft. Hier kommt ein weiterer Unterschied zum Vorschein: Verkehrsregeln sind irgendwie Auslegungssache. Generell gilt: Motorrad-, Roller- oder Fahrradfahrer fahren immer durch – egal ob die Ampel grün oder rot zeigt. Darüber hinaus haben die größten Fahrzeuge immer Vorfahrt vor den Kleinen. Sprich: als Fußgänger muss man also immer darauf achten, nicht mit Radfahrern, Motorrädern oder Autos nähere Bekanntschaft zu machen, da diese immer zuerst fahren.  Umgekehrte Welt für uns Europäer also.

Das universelle Verkehrsinstrument, das nicht nur dabei hilft, dieses neue System zu verstehen, sondern auch zeitgleich als Bremse, Gas- und Frustablasspedal dient, ist wie auch schon in Indien kennen- und schätzen gelernt, die allgegenwärtige Hupe. Es geht doch nichts über den lieblichen Klang von zig dieser Gerätschaften am Morgen, wenn man bei Grün die Straße überquert J

Ansonsten gerät man bei China allerdings nur ins Schwärmen. Das Essen ist klasse, das Wetter auch und die Menschen sind unfassbar hilfsbereit auch wenn man sich nicht durch eine gemeinsame Sprache verständigen kann. Mittlerweile hat man sich aber ein ganz gutes Körpersprachenlevel angeeignet und somit gibt es eigentlich nie große Probleme. Am Wochenende geht es nun ab nach Beijing für den ersten Ausflug. Bin sehr auf die Stadt gespannt. Viele Grüße nach Deutschland!

Gibt schlimmeres ;)

Nankai University I

Nankai University II

Die Post des Universitätsgelände für Pakete
(ja, ernsthaft! Die Asiaten sind sehr ehrliche Menschen :) )
Tianjin Innenstadt
Tianjin Innenstadt - Darstellende Künste :D
(Momo & Ich)