Dienstag, 6. Mai 2014

Ni hao!?

China…Hier bin ich nun. Nach nur 2 Tagen Vorbereitungszeit in Deutschland, befinde ich mich jetzt erstmals in einem Land, wo mich wirklich keine Sau versteht, ich mich somit nicht verständigen kann und auch sonst noch gar nicht so weiß, was alles auf mich zukommt.

Meine Ankunft  war dennoch reichlich unspektakulär. Nach Zwischenstopp in Beijing und dem Schnellzug nach Tianjin erreichten wir unsere ersten Bleibe  - das gute HuiGao Garden Hotel. Wir – damit meine ich die 5 Studenten, die sich für ein Auslandssemester entschieden haben – Valentine & Laura (Frankreich), Momo (Mali) sowie Nils und ich (Deutschland). Ursprünglich war für uns das Studentenwohnheim vorgesehen, da man jedoch im letzten Moment merkte, dass dieses voll belegt war, entschied die Uni uns im Hotel unterzubringen - für denselben Preis wohlgemerkt! Dementsprechend ist unsere Wohnungssituation für die nächsten Monate eine sehr positive Überraschung.

Was lässt sich sonst über China bzw. Tianjin neben den riesen Menschenmassen nach den ersten Tagen sagen?

Als erstes wäre da wohl der immense Unterschied in den Größenverhältnissen. Am ersten Tag wurden wir von einer Mitarbeiterin der Uni  empfangen. Sie führte uns dann auch direkt durch den Universitätsdistrikt. Bewusst nutze ich das Wort „Distrikt“ und nicht Campus, denn wir reden hier von einem Universitätsgelände, das 71.000 Studenten beherbergt sowie unterrichtet! Von dem einen Ende zum Anderen benötigt man zu Fuß etwa 30 Minuten und das Ganze erinnert mich hier mehr an eine autonome Stadt als an ein Studentenviertel. Wie auf den Bildern jedoch zu erkennen ist, hat man sehr viel Wert darauf gelegt, möglichst viele Flächen grün zu halten und ein gutes Allgemeinbild abzugeben. Nach den ersten Vorlesungen kann ich zudem auch sagen, dass nicht nur die Uni als solche sondern auch die Dozenten einen sehr guten Eindruck machen.

Ein weiterer großer Pluspunkt für China sind die Alltagspreise. In den Uni-Kantinen erhält man ganze Menüs für etwa 3€, eine Cola kostet 40 Cent und sofern man im Restaurant essen möchte, bezahlt man im Schnitt 5€ für Familienportionen. Dementsprechend günstig sind Supermarktpreise (2€ für komplette Sushi-Box oder 2L-Wasserflaschen für 20 Cent.)

Aufgrund der Größe des Universitätsgeländes haben wir uns in den ersten Tagen gebrauchte Fahrräder für umgerechnet etwa 10-15€ gekauft. Hier kommt ein weiterer Unterschied zum Vorschein: Verkehrsregeln sind irgendwie Auslegungssache. Generell gilt: Motorrad-, Roller- oder Fahrradfahrer fahren immer durch – egal ob die Ampel grün oder rot zeigt. Darüber hinaus haben die größten Fahrzeuge immer Vorfahrt vor den Kleinen. Sprich: als Fußgänger muss man also immer darauf achten, nicht mit Radfahrern, Motorrädern oder Autos nähere Bekanntschaft zu machen, da diese immer zuerst fahren.  Umgekehrte Welt für uns Europäer also.

Das universelle Verkehrsinstrument, das nicht nur dabei hilft, dieses neue System zu verstehen, sondern auch zeitgleich als Bremse, Gas- und Frustablasspedal dient, ist wie auch schon in Indien kennen- und schätzen gelernt, die allgegenwärtige Hupe. Es geht doch nichts über den lieblichen Klang von zig dieser Gerätschaften am Morgen, wenn man bei Grün die Straße überquert J

Ansonsten gerät man bei China allerdings nur ins Schwärmen. Das Essen ist klasse, das Wetter auch und die Menschen sind unfassbar hilfsbereit auch wenn man sich nicht durch eine gemeinsame Sprache verständigen kann. Mittlerweile hat man sich aber ein ganz gutes Körpersprachenlevel angeeignet und somit gibt es eigentlich nie große Probleme. Am Wochenende geht es nun ab nach Beijing für den ersten Ausflug. Bin sehr auf die Stadt gespannt. Viele Grüße nach Deutschland!

Gibt schlimmeres ;)

Nankai University I

Nankai University II

Die Post des Universitätsgelände für Pakete
(ja, ernsthaft! Die Asiaten sind sehr ehrliche Menschen :) )
Tianjin Innenstadt
Tianjin Innenstadt - Darstellende Künste :D
(Momo & Ich)


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